Pensamento Socrático-Platônico: Liberdade, Tirania e Formação

Loading...
Thumbnail Image

Journal Title

Journal ISSN

Volume Title

Publisher

Universidade Estadual de Goiás

DOI

Abstract

Eingebettet in die Forschungslinie Bildung, Schule und Technologien des Interdisziplinären Graduiertenprogramms in Bildung, Sprache und Technologien der Universidade Estadual de Goiás (PPGIELT – UEG) unternimmt diese Dissertation den Versuch, aus dem sokratisch-platonischen philosophischen Kosmos heraus die Triade Freiheit, Tyrannei und Bildung zu reflektieren und dabei die Paideia als integralen Prozess der Formung der Seele (psykhḗ – ψυχή) zu begreifen. Vertreten wird die Hypothese, dass Freiheit (eleuthería – ἐλευθερία) eine innere Verwirklichung (Endofreiheit) ist, verstanden als rationale Selbstregierung der seelischen Vermögen, die auf das Gute (agathón – ἀγαθόν) hin orientiert ist. Demgegenüber wird die Tyrannei als ihre strukturelle Negation bestimmt, insofern sie die Degradierung der seelischen Ordnung bezeichnet, das heißt den Zustand, in dem die dialektischen Teile der Seele die Vernunft unterwerfen und im individuellen “Ich” wie auch in der pólis ein Regime der Maßlosigkeit und der Korruption dessen errichten, was uns menschlich macht. Methodologisch handelt es sich um eine qualitative, theoretisch- bibliographische und hermeneutische Untersuchung, gegründet auf eine gelehrte und dialogische Lektüre des sokratisch-platonischen Corpus, in dem Der Staat den literarischen und begrifflichen Kern bildet. Um dieses Werk gruppieren sich ergänzend: Phaidon, Phaidros, Kratylos, Gorgias, Menon, Protagoras, Timaios, Apologie des Sokrates, Symposion, Theaitetos, Parmenides, Der Sophist, Hippias Maior sowie der Siebte Brief. Episodisch treten als theoretische Querbezüge Xenophons Denkwürdigkeiten des Sokrates (Memorabilia) und Aristoteles’ Politik hinzu, die kritisch mit dem formativen Ideal der Paideia in Dialog treten. Die Studie stützt sich zudem auf klassische und moderne Kommentatoren wie Werner Jaeger (2013), Giovanni Reale (2022), Jean-Pierre Vernant (2002) und Bertrand Russell (2009) sowie auf die Bildungsphilosophie von Coêlho und Guimarães (2012), deren zeitgenössische Lektüre eine pädagogische Resonanz der Bildung zur Exzellenz vorschlägt. Darüber hinaus wird die allegorische Achse der Reflexion durch eine symbolische Konstellation bereichert, die Hesiod, Homer, Ovid, Shakespeare, Dostojewski und Erasmus von Rotterdam umfasst, welche in unterschiedlichen Epochen die Spannung zwischen Freiheit, Tyrannei und Tugend als universale Dramen inszenieren. Kapitel 1 untersucht das Ideal der aretḗ (ἀρετή) als formierenden Kern des Denkens Platons und versteht Tugend als ethische, moralische, politische und intellektuelle Exzellenz, die Vernunft, Tapferkeit, Besonnenheit, Klugheit und Gerechtigkeit eint. Kapitel 2 diskutiert die Tyrannei als Degeneration der Seele und der pólis und macht das ethisch-moralisch- politische Ungleichgewicht sichtbar, das entsteht, wenn die Vernunft den Leidenschaften unterworfen wird. Kapitel 3 entfaltet die Konzeption der Endofreiheit als inneren Prozess rationaler Selbstbeherrschung, der die seelischen Vermögen harmonisiert und auf das Gute hinführt. Die konzeptuellen Leitprinzipien lauten: (i) die Zentralität der Bildung als humanisierender Prozess, insofern die aufsteigende Bewegung (kínēsis – κίνησις) des Intellekts der Weg ist, auf dem sich die Seele zur rechten Mitte (métron – μέτρον) und zur Gerechtigkeit (díkē – δίκη) ordnet; (ii) die Tyrannei als asymmetrische Korruption von Seele und pólis, wenn die Vernunft von maßlosen Leidenschaften beherrscht wird; (iii) die Freiheit als Effekt der Herrschaft der Vernunft (logos – λόγος) über die zornhafte und die begehrende Triebkraft, wodurch – soweit möglich – an der universalen Idee und folglich an der Exzellenz teilgehabt wird. Abschließend wird gezeigt, dass die sokratisch-platonische Paideia ein formatives Paradigma bietet, um Bildung nicht als bloße Akkumulation von Wissen zu begreifen, sondern als humanisierende Erziehung, in der Erkennen, Wollen und Handeln unter dem Maßstab des logos zusammengeführt werden

Description

Citation

MOREIRA, Diogo de Assis. Pensamento Socrático-Platônico: Liberdade, Tirania e Formação. 2025. 181f. Dissertação( Mestrado Interdisciplinar em Educação, Linguagem e Tecnologias - Universidade Estadual de Goiás, Unidade Universitária Anápolis de Ciências Socioeconômicas e Humanas - Nelson de Abreu Junior, Anápólis,GO.

Endorsement

Review

Supplemented By

Referenced By

Rights and licensing

Acesso Aberto